Fragen und Antworten aus anthroposophischer Medizin, Pädagogik und Erwachsenenbildung

 

 

  

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 

Das Burnout-Syndrom

Das Burnout-Syndrom ist heute sicher weit verbreitet, aber es ist kein anerkanntes Krankheitsbild, es ist keine medizinische Diagnose. Es ist ein Zustand und mehr noch: Es ist das Ende eines chronischen Prozesses.

Es ist ein Geschehen, das von Entzündung und Begeisterung über Abkühlung und Erschöpfung bis zu Erkaltung, Verhärtung, Erstarrung und Verzweiflung reicht.

Erfahrene anthroposophische Ärzte, Pädagogen und Erwachsenenbildner standen am Forumstag vom 6.9.2008 in Basel, Bern und Zürich zur Verfügung.
 

Ein Thema, das viele Menschen bewegt

Das Burnout-Geschehen ist die individuelle Antwort auf ein psycho-soziales Phänomen, das mit Erwartung, Leistung, Motiv und Ziel, mit Kommunikation und Beziehung, mit Selbstbild und Selbstgestaltung zu tun hat.

Das Burnout-Syndrom sollte aber nicht als ein schicksalhaftes Ereignis aufgefasst werden, das man ertragen müsse oder dem man nur durch Arbeitsplatzwechsel entkommen könne. Das offene Gespräch über Erwartungen, Motive und Ziele des «Burnout-Kandidaten» kann viel helfen beziehungsweise Schlimmeres verhindern, wenn das Gespräch rechtzeitig geführt wird. Der Forumstag vom 6.9.2008 will dieses Gespräch untereinander fördern. Nebst anthroposophischen Medizinern stehen auch viele Fachkräfte aus der anthroposophischen Pädagogik zur Verfügung.

Das Burnout-Geschehen hängt in seiner Entstehung mit den individuellen Motiven und Zielen des Lebens zusammen. Dabei stellen sich viele Fragen: ob die Motive selbst gewählt waren, ob sie angemessen oder unrealistisch hoch gesteckt waren, auch ob die Ziele keinen eigenen Bedürfnissen, sondern fremden Interessen entsprangen, ob sich der Lebensplan wirklich am eigenen Wesen und an den gegebenen Lebenssituationen orientiert und ob er sich entsprechend den biographischen Entwicklungen und äusseren Lebensveränderungen modifizieren kann oder ob er starr einem von aussen vorgegebenen Ideal von Karriere, Erfolg und Wohlstand folgen muss. Zählt für die eigene Wertschätzung mehr Haben, Machen und Leisten - oder liegen im Leben und Reifen erstrebenswerte menschliche Werte?

Zu viel hat der Mensch erwartet und gegeben - zu wenig hat er selbst im Inneren angepflanzt, gepflegt und rekultiviert. So ist das innere Gleichgewicht gestört Die inneren Energien sind verbraucht, die Flamme von Initiative und Engagement ist «ausgebrannt». Ein Zustand innerer Erschöpfung, Resignation und Verzweiflung beherrscht das Bild.

Die Flamme der Begeisterung wieder finden

Um eine solche Entwicklung zu verhindern, hilft eine Orientierung an Werte, die nicht zweckgebunden und nicht durch Leistung zu erreichen sind. Gemeint sind von Staunen, Verehrung und Liebe getragene Beziehungen zur Welt, zu den Mitmenschen, zur Natur, insbesondere aber zu Literatur und Musik, darstellenden und bildenden Künsten. Deshalb kommt am Forumstag vom 6.9.2008 auch die gemeinsame künstlerische Betätigung nicht zu kurz.

Die Veranstalter sind sich sicher, dass der Weg zur Vermeidung oder Bewältigung eines Burnout-Geschehens immer ein individueller Weg ist. Um diesen zu fördern findet der Forumstag vom 6.9.2008 in Basel, Bern und Zürich statt.

Kontakt

Buch-Tipp

Neue Zeiten - Neue Leiden

Markus Treichler

Nebenstehende Textauszüge aus dem Buch «Neue Zeiten – Neue Leiden» von Markus Treichler sind erschienen im Verlag Johannes M. Meyer & Co. GmbH, Stuttgart und Berlin, ISBN 3-932386-13-2

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